Carlotta auf Reisen: Indien, 2 - Eine Frage der Farbe?


Namaste
Ida und Mary!
Heute aus der Hauptstadt Indiens - Delhi! Diese Stadt ist ein guter Ort, um meine Leidenschaft für Sehenswürdigkeiten auszuleben. Besonders die Altstadt und der Lakshmi Narayan Tempel aus dem Jahr 1938 in New Dehli haben es mir angetan.
Natürlich machen solche Touren hungrig. Eure Carlotta versuchte gestern zu einem gut gewürztem indischen Gericht einen Wein zu trinken und ich muss Euch sagen: Tut es lieber nicht! Was bei uns eine Frage der Farbe ist, ist in orientalischen Gefilden eine Frage der Gewürze.
Weiß zu Weiß, Rot zu Rot - eine fast allen bekannte und einleuchtende Regel: Man trinke zu hellem Fleisch und Fisch Weißwein, zu dunklem Fleisch Rotwein. Aber warum eigentlich? Wein und Essen sollen sich ergänzen und nicht miteinander kämpfen. So kommt zu der Farbauswahl des Kaltgetränks ein neues Kriterium: Die von Experten so genannte Gewichtung des Weines. Empfindet man einen Wein als schwer oder als leicht? Ein Fisch in zerlassener Butter ist ein leichtes gericht, das einen leichten Wein verlangt. Dunkler Thunfisch hingegen, ist eher wie Fleisch zu behandeln.
Eine dritte Entscheidungskomponente macht die Komabination von Wein und Essen nicht leichter, erhöht aber den Genuss: die Geschmacksintensität. Ein leichter, trockener deutscher Riesling kann sehr fruchtbetont sein und ob er zu einem leichten Fischgericht passt, wäre je nach Gewürzlage des Gerichts zu entscheiden.
Ganz schwierig wird es nun, einen passenden Wein zu asiatischen oder orientalischen Gerichten zu finden. Das ist kein Zufall: In diesen Regionen wird aus religiösen oder klimatischen Gründen kaum Wein angebaut - warum sollte die Küche dann darauf achten, dass ihre Gerichte weintauglich sind? Die oft extrem scharfen Gewürze verlangen zum Essen eher nach Wasser, Tee oder Bier.
Für mich als Nicht-Biertrinkerin heißt das für die nächste Zeit: Wein schmeckt auch als Vor- und Nachspeise.









